Fauchende Geysire, heiße Quellen und ... - USA (1988)

Fauchende Geysire, heiße Quellen und ... - USA (1988)

Fauchende Geysire, heiße Quellen und blubbernde Schlammtöpfe – Meine zweite Reise in den Westen der USA

Der Yellowstone Nationalpark mit seinen fauchenden Geysiren, heißen Quellen und blubbernden Schlammtöpfen stand im Mittelpunkt meiner zweiten Reise in den Westen der USA, die am 6. Juni 1988 mit dem Flug nach Denver (Colorado) begann. Bevor mich die Reise in den 1872 als ersten Nationalpark der Welt gegründeten Yellowstone führte, machten wir einen Abstecher zum westlich von Denver gelegenen „Lookout mountain“, der neben seiner grandiosen Fernsicht an den 1917 verstorbenen „Buffalo Bill“ erinnert. Das Grab des legendären Westernhelden in der Nähe von Golden ist ein schöner Einstieg in die Geschichte des Westens. Nach einem Zwischenstopp in Rock Springs erreichten wir mit Jackson in Wyoming unseren Ausgangspunkt zum Besuch des Yellowstone Nationalparks. In dem nach dem Trapper David Jackson gegründeten Westernstädtchen gefiel mir besonders die „Million Dollar Cowboy Bar“, in der man „im Sattel“ an der Bar sitzt und auch ein für die Touristen inszenierter Postkutschenüberfall gehörte zusammen mit dem reizvollen „Jackson Town Square“ zu den Hauptattraktionen.

Von Jackson in den Yellowstone Nationalpark

Drei Tage blieben wir in Jackson, besuchten den nahe gelegenen Grand Teton Nationalpark und machten immer wieder Abstecher in den Yellowstone Nationalpark. Eine über 200 Kilometer lange „Grand Loop Road“ bietet auf wie eine Acht verlaufenden Straßen die Möglichkeit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Der Südeingang gehört zu den beliebtesten Zugängen und nach knapp 100 Meilen erreichten wir auf einer Höhe von 2.200 Meter die „Old Faithful-Area“ mit seinem berühmten Geysir, der mit seinen durchschnittlich alle 90 minütigen Eruptionen eine der größten Attraktionen ist. Empfehlenswert sind auch die Sinter-Terrassen und heißen Quellen bei Mammoth Hot Springs im nördlichen Yellowstone Park und der bis zu 400 Meter tiefe Grand Canyon mit drei großen Wasserfällen.

Auf der „Going-to-the-Sun Road“ über den Logan Pass

Über West Yellowstone und den in Montana gelegenen Virginia City und Nevada City ging die Reise Richtung Norden nach Missoula, bevor wir einen Tag später das Flathead-Indianer-Reservat erreichten und einige Tage im Glacier Nationalpark am Lake McDonald verbrachten. Nach einer spektakulären Fahrt über den 2000 Meter hohen Logan Pass auf der „Going-to-the-Sun Road“ entlang des St. Mary Lake machten wir einen Abstecher nach Browning im Blackfeet Indianerreserverat, bevor wir den Abend in Choteau verbrachten. Weiter südlich erreichten wir mit Helena die Hauptstadt des Montana-Territoriums und wenig später überquerten wir erstmals den Missouri, dem längsten Fluss der USA. Durch den nördlichen Yellowstone erreichten wir am Abend die von Buffalo Bill gegründete Stadt Cody, in dem wir uns neben dem Historical Centers einen Besuch des „Stampede Parks“ mit einem Wildwest-Rodeo nicht entgehen ließen.

Buffalo Bill und die vier US-Präsidenten

William F. Cody hatte die Stadt im Jahr 1895 gegründet, in dessen Zentrum das nach der Tochter von Buffalo Bill benannte „Irma Hotel“ einen Besuch lohnt. In Wyoming, dem bevölkerungsärmsten US-Bundesstaat, sind Erinnerungen an den Wilden Westen allgegenwärtig und die Reise führte uns durch den Bighorn National Forest über Buffalo zum „Devil´s Tower“. Für die Indianer ist der turmartige Monolith mit seiner Höhe von 265 Meter ein heiliger Ort, doch unser Hauptziel war an diesem Tag Rapid City in Süd-Dakota mit dem dort in der Nähe liegenden Mount Rushmore National Memorial. Den US-Präsidenten George Washington (1. US-Präsident), Thomas Jefferson (3.), Theodore Roosevelt (26.) und Abraham Lincoln (16.) wurde zwischen 1927 und 1941 mitten in den Black Hills, den heiligen Bergen der Indianer, ein monumentales Denkmal gesetzt.  Wir nutzten den Abend, um uns die “Lightening Ceremony” im Amphitheater des Parks anzusehen. Vom Symbol der amerikanischen Demokratie.

Am größten Steinbild der Welt

Vom Mount Rushmore sind es nur 15 Meilen bis zum „Crazy Horse Memorial“, das einmal den Indianerhäuptling Crazy Horse auf seinem Pferd sitzend zeigen soll. Mit einer Länge von 195 Meter und einer Höhe von 172 Meter ist es das größte jemals in Angriff genommene bildhauerische Unternehmen. Seit über 50 Jahren wird an dem größten Steinbild der Welt gearbeitet – wir konnten nur das Gesicht von Crazy Horse erkennen – und wie einmal die Skulptur aussehen wird, verrät nur ein Modell. Die Vision des Sioux-Häuptlings Henry Standing Bear und des Bildhauers Korczak Ziolkowski zu sehen, hat den Besuch allemal gelohnt.

Westernhelden und das historische Fort Laramie

An die Goldrauschzeiten in den Black Hills erinnert das 1876 gegründete Deadwood, zu dessen bekanntesten Bürgern die berüchtigten Revolverhelden Doc Holliday und Wyatt Earp ebenso gehörten wie Wild Bill Hickok und die Westernheldin Calamity Jane. Ein kurzer Blick in den Saloon No. 10, der insbesondere durch den Mord  an „Wild Bill“ Hickok Berühmtheit erlangte, und wir hatten diese Touristenattraktion abgehakt. Interessanter war am nächsten Tag der Besuch des Badlands Nationalparks mit seiner bizarren Landschaft und die Fahrt durch den Wind Cave Nationalpark. Nach einer Nach in Hot Springs (South Dakota) folgten wir dem US-Highway 85 in Richtung Süd und erreichten nach 150 Meilen das historische Fort Laramie, das mit seinen restaurierten Gebäuden einen Einblick in das Leben in einem Fort zur Western-zeit gibt. Fort Laramie war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Anhaltspunkt für die Wagenzüge in Richtung Westen auf dem Oregon Trail und dem Mormonen Trail.

Jetzt waren es noch 200 Kilometer auf der Interstate 25 in Richtung Süden, bevor wir über Cheyenne nach Denver zum Ausgangspunkt unserer Reise durch den Wilden Westen zurückkehrten.

Die folgenden Bilder vermitteln Ihnen einen Eindruck von dieser dreiwöchigen Reise durch den Westen der USA

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